Unterwegs mit dem Jadehasen

Chinas Mond-Rover, „Yutu = Jadehase“

Im Dezember 2013 setzte die Raumsonde „Chang’e 3“ auf der Mondoberfläche auf.
China ist damit, neben den USA und der Sowjetunion, eine Landung auf dem Mond gelungen. Dazu die längste Mission überhaupt, denn der Lander, wie auch der Rover senden immer noch und haben bislang mehr als 35GB an Daten zur Erde gefunkt.

„Chang’e 3“ hatte den Rover „Yutu“ ( Jadehase) an Bord, der die Umgebung erkunden und wissenschaftliche Untersuchungen durchführen soll.
Die chinesische Akademie der Wissenschaften lieferte dieser Tage spektakuläre Bilder (1) und Untersuchungsergebnisse, wenig beachtet von der westlichen Presse. (schließlich ist es kein amerikanisches Projekt)

Nach einer problemlosen Landung am Rande des Mare Imbrium, rollt der Jadehase
durch die
Bucht der Regenbogen, (Sinus Iridum).

PCAMLDas Mare Imbrium entstand durch einen Meteoriteneinschlag. Eine Region, die relativ spät in der Geschichte des Mondes enstanden ist. Einschlagstellen auf dem Mond sind nur schwer zu finden, meist sind sie durch vulkanologische Ereignisse oder weitere Einschläge überdeckt.  In der Nähe der Landestelle liegt ein relativ junger Krater bei dem, durch den Meteoriteneinschlag, Gestein aus dem Untergrund freigelegt wurde. Die Mondoberfläche dieser Region  sollte der Jadehase  erkunden.

Chang'e 3 lander and Yutu rover

Chang’e 3 lander and Yutu rover Bild: Chinese Academy of Science

Yutu_traverse_map

The Yutu lunar rover traveled a total of 114 meters after being deployed — not as far as planned. The grid lines are 10 meters (33 feet) apart. Science / Y. Xiao & others

Wie Spaceflight 101.com berichtet ist der Rover, nun mehr als 2 Jahre, immer noch aktiv. Geplant war eine Dauer von 3 Monaten. Es gab bald nach der Landung einige technische Pannen. Insbesondere das Fahrwerk und die einklappbaren Solarpanele, die den Rover während der Mondnächte vor zu starker Auskühlung schützen sollen, versagten den Dienst. Nach einer Strecke von etwa 114m steht der Jadehase seitdem auf der Stelle.

 

Die Mission schien frühzeitig beendet. Die tiefen Temperaturen scheinen aber weniger auszumachen als gedacht. Das Herz des Jadehasen schlägt weiter und die an Bord befindlichen Messinstrumente funktionieren nach wie vor.


Zur Wissenschaftlichen Ausrüstung der Mission.

Insgesamt sollte Yutu eine Fläche von etwa drei Quadratkilometern mit seinen Messgeräten abtasten und dabei etwa 10km Fahrstrecke zurücklegen.

YutuDie beiden Kamers, eine Oberflächen Kamera TCAM und eine Panorama Kamera PCAM erlauben hochauflösende Farbaufnahmen der Region, die in Echtzeit zur Erde übertragen werden können.
An der Unterseite des Landers sitzt ein Radargerät das mit zwei unterschiedlichen Modi den Mondboden bis in etwa 12m Tiefe bzw. 400m. durchleuchten kann.
Ein Infrarot- sowie ein Röntgenspektrometer, die an einem Greifarm des Rovers sitzen, erlauben einfache Bodenanalysen.
Komplettiert wird die Liste der Instrumente durch 2 UV Kameras die zur Beobachtung der Plasmaströme die auf die Erde treffen benutzt werden.

(1) wegen der schlechten Erreichbarkeit der chinesischen Website, wurden die Blder von the Planetary Society gespiegelt.

 

Quellen:
The Planetary Society, Emily Lakdawalla Blog:  Fun with a new data set: Chang’e 3 lander and Yutu rover camera data.
Sky & Telescope: Lots of Lunar Layers Under Chang’e 3
Spaceflight 101.com: China’s Chang’e 3 Lander & Yutu Rover mark two full Years on the Lunar Surface

 

 

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2 Antworten zu Unterwegs mit dem Jadehasen

  1. criticalpixie schreibt:

    Danke für diesen Artikel, ich muss gestehen ich war „zu Faul“ die englischen Artikel zu lesen, meist muss man ja dann doch einige Wörter in den Übersetzer tippen und sich konzentrieren um das Geschriebene zu verstehen …

    Gefällt 1 Person

  2. El-Scudo schreibt:

    Ja, das geht mir auch so. Gespickt mit Fachausdrücken, verliere ich auch oftmals die Lust am Weiterlesen. Da beeindrucken mich die Karikaturisten mehr, die es schaffen mit wenigen Strichen auf den Punkt zu kommen.

    Gefällt mir

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